Sommerferien 1994

Seit Mai ist es für viele Kinder schon zur Gewohnheit geworden, ihre Freizeit in der Kuppelhalle zu erleben. Aber nun gegen Ende der Sommerferien lockt ein bemerkenswertes Gefährt-Traktor mit buntem Anhänger-,das sich Spielmobil nennt, eine Menge Kinder und Teenis an.

Otto steigt aus, und schon haben alle zu tun. Der Hänger beinhaltet Schätze, die für eine Woche genutzt werden dürfen. Im Nu sind sie in die Kuppelhalle gewandert: ein silberschimmernder Koffer, Pedalos, bunte Tücher, Hula-Hop-Reifen, ein dickes Tau, Bälle, Bierkästen ohne Flaschen, ein Stapel Matratzen, zwei große dicke Schaumstoffmatten, ein Einrad, ein Rola- Bola und - das Allertollste: ein Trampolin. Voller Spannung sitzen alle im Kreis, Otto hat sie mit einem magischen Blick verzaubert.Und zauberhaft schön ist es die ganze Woche über. Konzentriertes üben beim Jonglieren, Balancieren, Hulahoppen usw. wechselt sich ab mit lauter Fröhlich-keit, mit wilden tollkühnen Sprüngen auf Trampolin und Matten. Otto und seine jungen Helfer sind selbst so begeistert von ihren Zirkuskünsten, daß einfach jeder mitmachen muß.

Die erste Zirkusschule in der Kuppelhalle endet mit einer Vorführung vor eingeladenen Gästen. Wir sind alle stolz auf das, was wir gelernt haben, und einbißchen traurig, weil wir uns verabschieden müssen. Aber da sagt einer: "Das machen wir wieder! Wie wär´s in den nächsten Ferien?"

Einen großen Dank sagen wir dem Jugendamt, das diesmal alles organisiert hatte.


mit "Ottokar" fing alles an...

unterm Zirkuszelt


die Zirkusgarderobe


das Schminkzeug

In den Winterferien 1995

hat dann schon der Kultur- und Kunstverein den Hut auf. Viele Kinder haben sich angemeldet, schon sitzen sie mit Otto im Kreis. Ihre Ideen sprühen: ein Fest wollen sie vorbereiten, ein mittelalterliches Hochzeitsfest, und das Gelände zwischen Kuppelhalle und Kegelbahn soll der Burghof sein. Alles wird auf "Papyrusrollen" notiert. Da jeder seine Aufgabe kennt, kann das Üben beginnen. Manche Kinder sind so begeistert, daß sie sich nicht einmal Zeit zum Essen nehmen wollen. Aber die gemeinsamen Mahlzeiten in der Galerie sind gemütlich und die Mittagsruhe danach ebenso ungewöhnlich wie lustig:
Im warmen Sonnenschein (Februar!) liegen alle auf den Matrazen und erzählen und lachen und verstehen sich wie ...wie eben KUHA-KIDS (so nannten sie sich damals). Schließlich macht sich am Freitag das Lampenfieber bemerkbar: Die Ritter wollen nun doch lieber nicht ihren Turnierkampf ausfechten, na dann schüren sie eben das Feuer im Burghof. Alle anderen spielen ihre Rolle glänzend.

Als das Brautpaar durch das Portal ins Freie tritt, jubelt ihm eine riesige Menschenmenge zu (ca. 70 Leute im Alter zwischen 0 und 80 Jahren). Die Gaukler zeigen ihre Kunst, ein Einradfahrer huldigt dem jungen Paar, Löwen springen durch Reifen, Clowns bringen alle zum Lachen, die Burgfräuleins kommen mit ihren langen Kleidern und Zuckertütenhüten mit Gardinenschleiern auf Pedalos daher, die Springer zeigen die vertracktesten Sprünge...

Zum Schluß gibt es ein Spektakel beim großen Festumzug um den Burghof mit Triangeln, Tamburins, Trommeln, Klanghölzern, Topfdeckeln - der Lärm wird sogar dem Esel Mary zuviel, fast wirft er die Braut ab, doch ihr ritterlicher Ehemann bewahrt sie davor. Die Anspannung läßt nach, alle nehmen an festlich gedeckten Tischen Platz oder bruzeln sich einen Knüppelkuchen bei den Rittern am Feuer. Ruth Pöschels Filme sind verbraucht, die vielen freiwilligen Helfer des KKV sind ein bißchen "ausgepowert", aber das macht nichts - "Wann ist der nächste Kinderzirkus in der Kuppelhalle?"

Ja, so begann es vor 10 Jahren. Im Februar 1996 tauften wir den Zirkus auf den Namen:
"Kinderzirkus Domino". Seitdem ist an jedem Dienstag Zirkusschule, und der Zirkus entwickelt sich ständig weiter - aber das ist eine neue Geschichte!

Irmgard Materni (Tharandter KKV e.V.)

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